VVersorgungswerk.
Zweite Säule

Betriebliche Altersvorsorge: Mehr Sicherheit im Ruhestand?

Alle reden über die private Vorsorge und das neue Altersvorsorgedepot. Dabei liegt eine der stärksten Stellschrauben längst auf dem Tisch – im eigenen Betrieb. Die Zahlen einer großen Umfrage zeigen: Wer eine betriebliche Altersvorsorge hat, blickt deutlich ruhiger in die Zukunft.

Handwerkerin und Angestellter blicken auf eine steigende Säulengrafik zur Altersvorsorge

Warum die zweite Säule jetzt in den Fokus gehört

Die öffentliche Diskussion zur Altersvorsorge dreht sich derzeit fast nur um die private Vorsorge. Initiativen wie das Altersvorsorgedepot stehen im Mittelpunkt von Politik und Medien.

Die Ergebnisse der BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge 2025* zeigen aber: Auch die betriebliche Altersvorsorge (bAV) spielt eine wichtige Rolle für die Menschen im Land. Fragt man Beschäftigte, wie sie ihre finanzielle Lage einschätzen und ob sie sich gut auf den Ruhestand vorbereitet fühlen, antworten Menschen mit bAV spürbar optimistischer als Menschen ohne.

Wir vom Versorgungswerk der Handwerkskammer gehen einen Schritt weiter: Die bAV spielt aus unserer Sicht nicht nur eine wichtige Rolle – sie muss eine ganz besondere Rolle spielen. Gerade im Handwerk, wo viele Betriebe klein sind und die gesetzliche Rente allein für kaum jemanden reicht.

* Grundlage sind, sofern nicht anders angegeben, die Antworten von 2.200 befragten Erwerbstätigen in Deutschland (18. Juli bis 12. August 2025).

Befund 1

Die bAV stärkt die finanzielle Zuversicht

Wer eine betriebliche Altersvorsorge hat, fühlt sich seiner Zukunft deutlich besser gewachsen. 41 % der Befragten mit bAV haben das Gefühl, auf einem guten Weg zu einem ordentlichen Lebensstandard im Ruhestand zu sein. Ohne bAV sagen das nur 26 %. Der Unterschied ist kein Zufall – ein zusätzlicher Baustein neben gesetzlicher Rente und privater Vorsorge gibt schlicht mehr Sicherheit.

Die bAV und das finanzielle Wohlbefinden*

Beschäftigte mit bAVBeschäftigte ohne bAV

Fühlen sich auf dem richtigen Weg zu einem angemessenen Lebensstandard im Ruhestand

Haben das Gefühl, ihre Finanzen im Griff zu haben

Schätzen ihre finanzielle Gesamtsituation positiv ein

* Quelle: BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge 2025

Befund 2

In kleinen Betrieben ist die bAV die große Ausnahme

Trotz ihrer Bedeutung gibt es die betriebliche Altersvorsorge längst nicht überall. Laut Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zahlten 2023 rund 51 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in eine bAV ein – vier Jahre davor war der Anteil genauso hoch. Es tut sich also nichts.

Entscheidend ist die Betriebsgröße. Und genau hier wird es für das Handwerk unangenehm: In Kleinstbetrieben mit bis zu zehn Beschäftigten hat nur nicht einmal jeder Dritte überhaupt Zugang zu einer bAV.

Dabei zeigt die Umfrage, dass gerade hier der Hebel groß wäre: Nur 30 % der Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen ohne bAV fühlen sich gut auf den Ruhestand vorbereitet – mit bAV sind es 45 %.

Das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz ist am 22. Januar 2026 in Kraft getreten. Es soll die bAV besonders für kleine und mittlere Betriebe attraktiver machen. Ob das in der Breite wirkt, muss sich zeigen – warten sollte darauf niemand.

Betriebsinhaber erklärt seinem Team im Handwerksbetrieb die betriebliche Altersvorsorge

Zugang zur bAV nach Betriebsgröße (Dezember 2023)

30 %

Kleinstbetriebe bis 10 Beschäftigte

60 %

Mittlere Unternehmen bis 499 Beschäftigte

86 %

Großunternehmen ab 1.000 Beschäftigte

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Arbeitgeber- und Trägerbefragung zur Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung 2023. Rund 53 % der Arbeitnehmer in Deutschland waren 2023 laut Destatis in kleinen und mittleren Betrieben angestellt.

Finanzielles Wohlbefinden in kleinen und mittleren Unternehmen*

Beschäftigte mit bAVBeschäftigte ohne bAV

Fühlen sich auf dem richtigen Weg zu einem angemessenen Lebensstandard im Ruhestand

Haben das Gefühl, ihre Finanzen im Griff zu haben

Schätzen ihre finanzielle Gesamtsituation positiv ein

* Quelle: BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge 2025

Befund 3

Grundvertrauen ist da – aber viel Luft nach oben

Die bAV gilt vielen als sinnvoll, richtig begeistert ist aber kaum jemand. 53 % sehen in ihr den steuerlich günstigsten Weg, fürs Alter zu sparen. Jeweils 50 % halten sie für den besten Weg überhaupt beziehungsweise für die passende Lösung in der eigenen Lebenslage. Nur 43 % trauen ihr die Rendite zu, die sie brauchen. Kurz: akzeptiert ja, ausgeschöpft nein.

53 %

Die bAV ist der steuerlich effizienteste Weg, um für den Ruhestand zu sparen

50 %

Die bAV ist der beste Weg, um für den Ruhestand zu sparen

50 %

Die bAV ist die beste Lösung für die eigenen individuellen Umstände

47 %

Die Kosten der bAV stellen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis dar

43 %

Die bAV liefert die Renditen, die man benötigt

* Quelle: BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge 2025 – Anteil der Befragten, die der jeweiligen Aussage zustimmen.

Der Kern des Problems

Befragte zeigen deutlich: Das Wissen zur bAV ist klar ausbaufähig

Der Hauptgrund für die zurückhaltende Bewertung ist einfach: Viele wissen schlicht zu wenig über ihre eigene betriebliche Altersvorsorge. 42 % derer, die einzahlen, sagen, dass steuerliche Anreize sie zu höheren Beiträgen bewegen würden. Gleichzeitig wissen 88 % gar nicht genau, welche Steuervorteile ihre bAV überhaupt schon bietet.

Nur wenige wissen wirklich, was ihre bAV kann. Die Säulen zeigen, wie dünn das Fundament ist:

12 %

glauben, die Kosten ihrer bAV-Lösung zu kennen

12 %

glauben, die steuerlichen Vorteile ihrer bAV zu verstehen

11 %

glauben, genau zu wissen, wie ihre bAV investiert

13 %

glauben, zu wissen, wie viel sie einzahlen sollten

14 %

glauben, genau zu wissen, ob die Leistungen garantiert sind

Die Säulen sind auf einer Skala bis 100 % dargestellt – so wird sichtbar, wie klein der Anteil derjenigen ist, die ihre eigene bAV wirklich durchschauen. Insgesamt fühlen sich nur 17 % der bAV-Mitglieder über alle zentralen Punkte ihrer Vorsorge gut informiert.

* Quelle: BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge 2025

50 %

der Befragten – und damit fast die Hälfte – sind überzeugt, dass ihre bAV für sie die beste Möglichkeit ist, für den Ruhestand zu sparen*

17 %

der Befragten sind sehr sicher, dass sie alle wichtigen Aspekte ihrer bAV verstehen*

* Quelle: BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge 2025 – Diese Wissenslücken untergraben das Vertrauen in die bAV erheblich.

Was sich Beschäftigte wünschen

Das optimale bAV-Modell: die Top 5 Anforderungen

Die Befragten konnten bis zu drei von zwölf Antworten auswählen. Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag: keine Überraschungen bei den Kosten, günstige Steuern, Flexibilität.

Keine versteckten Kosten49 %
Möglichst kosteneffizient35 %
Günstige steuerliche Behandlung30 %
Flexibel – Anpassen oder Aussetzen der Beiträge möglich29 %
Kapital- / Renditegarantie26 %

* Quelle: BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge 2025

Drei Ansatzpunkte für eine bessere bAV

Die Umfrage macht deutlich: Die betriebliche Altersvorsorge ist ein zentraler Baustein im deutschen Vorsorgesystem – bleibt aber in einigen Bereichen hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Zugang erweitern

Wer Zugang zu einer bAV hat, ist im Alter besser aufgestellt. Trotzdem bleibt vielen Beschäftigten dieser Weg bislang versperrt – vor allem in kleinen Betrieben.

Angebote an den Bedürfnissen ausrichten

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erwarten einfache, verständliche und transparente Lösungen. Viele bestehende Angebote werden dem noch nicht gerecht.

Wissen aufbauen, Lücken schließen

Viele Beschäftigte wissen zu wenig über ihre bAV und nutzen sie deshalb gar nicht oder nicht richtig. Genau hier setzen wir mit unserer Beratung an.

Die bAV genießt bei Arbeitgebern wie Arbeitnehmern hohes Vertrauen. Das ist eine enorme Chance: Richtig aufgestellt, verbessert sie die finanzielle Absicherung eines Großteils der Bevölkerung spürbar. Ein Selbstläufer ist das aber nicht – es braucht bessere Produkte, besseren Zugang und vor allem verständliche Information.

* Quelle: BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge 2025

Unser Tipp

Die Direktversicherung: der einfachste Weg zur eigenen Betriebsrente

Die Direktversicherung ist der in Deutschland am weitesten verbreitete Weg der betrieblichen Altersvorsorge – und für Handwerksbetriebe der unkomplizierteste. Der Betrieb schließt für die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter einen Vertrag ab, die Beiträge gehen direkt aus dem Bruttogehalt dorthin. Ganz gleich, ob der Chef sie zahlt, die Beschäftigten selbst über Entgeltumwandlung – oder beide gemeinsam.

Genau die Punkte, die sich die Befragten wünschen, erfüllt sie:

  • Steuer- und sozialabgabenfrei einzahlen – innerhalb der gesetzlichen Höchstbeträge fließt aus dem Brutto mehr in die Vorsorge, als netto je übrig geblieben wäre.
  • Pflicht-Zuschuss vom Arbeitgeber bei Entgeltumwandlung – mindestens 15 % obendrauf, viele Betriebe geben freiwillig mehr.
  • Flexibel: Beiträge lassen sich anpassen, aussetzen und bei einem Jobwechsel in der Regel mitnehmen.
  • Wahl zwischen klassischer Sicherheit mit Garantien und chancenorientierten, fondsgebundenen Varianten.
  • Auf Wunsch mit Absicherung der Hinterbliebenen oder gegen Berufsunfähigkeit kombinierbar.
  • Lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung – die Entscheidung fällt erst am Ende.

Als Versorgungswerk der Handwerkskammer prüfen wir für Sie unabhängig, welches Modell zu Ihrem Betrieb und Ihrem Einkommen passt – und verhandeln über unseren Kollektivrahmenvertrag Konditionen, die ein einzelner Betrieb am Markt so nicht bekommt.

Mehr zur Direktversicherung der INTER

Externer Link zu einem Angebot der INTER Versicherungsgruppe. Für Inhalte externer Seiten ist der jeweilige Anbieter verantwortlich.

Entspanntes älteres Paar im Garten, symbolisch geschützt durch die betriebliche Altersvorsorge

Reden wir über Ihre zweite Säule.

Ob Sie für sich selbst vorsorgen oder als Betrieb Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten wollen: Wir nehmen uns Zeit, erklären ohne Fachchinesisch und rechnen ehrlich durch, was möglich ist. Das Erstgespräch ist kostenfrei.

Für mich persönlich

Sie möchten Ihre eigene betriebliche Altersvorsorge aufbauen, prüfen oder endlich verstehen, was in Ihrem bestehenden Vertrag steckt? Wir schauen gemeinsam drauf.

Meine bAV planen

Für meinen Betrieb

Eine gute bAV ist heute ein echtes Argument im Wettbewerb um Fachkräfte – und bindet Ihr Team langfristig. Wir entwickeln mit Ihnen ein Modell, das zum Betrieb passt und im Alltag funktioniert.

bAV für Mitarbeiter besprechen
Fakten im Überblick

Direktversicherung, Pensionskasse oder Unterstützungskasse?

Die fünf Durchführungswege der bAV unterscheiden sich bei Förderung, Aufwand und Eignung für kleine Betriebe. Die Tabelle zeigt die wichtigsten drei.

Die gängigsten bAV-Durchführungswege im Vergleich
KriteriumDirektversicherungPensionskasseUnterstützungskasse
Steuerfrei (2026)bis 8 % der BBG (ca. 676 €/Monat)bis 8 % der BBG (ca. 676 €/Monat)ohne gesetzliche Höchstgrenze
Sozialabgabenfreibis 4 % der BBG (ca. 338 €/Monat)bis 4 % der BBG (ca. 338 €/Monat)bis 4 % der BBG
Pflichtzuschuss Arbeitgeber15 % bei Entgeltumwandlung15 % bei Entgeltumwandlungkein gesetzlicher Pflichtzuschuss
Mitnahme bei Jobwechseleinfach, Übertragung nach § 4 BetrAVGmöglicheingeschränkt
Aufwand für den Betriebgeringgeringmittel
Geeignet fürEinstieg, kleine Handwerksbetriebegrößere Belegschaftenhöhere Beiträge, Führungskräfte
Werte gerundet auf Basis der Beitragsbemessungsgrenze West/bundeseinheitlich 2026; keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Betriebliche Altersvorsorge: Häufige Fragen

Muss der Chef die betriebliche Altersvorsorge bezuschussen?

Ja, in vielen Fällen. Wandeln Beschäftigte Gehalt in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds um, muss der Arbeitgeber nach § 1a BetrAVG pauschal 15 Prozent zuschießen, soweit er Sozialversicherungsbeiträge spart. Tarifverträge können abweichen. Viele Handwerksbetriebe zahlen freiwillig mehr, weil die bAV ein starkes Argument bei der Fachkräftesuche ist.

Was passiert mit der bAV bei einem Arbeitgeberwechsel?

Ihre Ansprüche aus Entgeltumwandlung bleiben sofort erhalten, arbeitgeberfinanzierte Anteile nach drei Jahren Zusage und ab 21 Jahren. Sie können den Vertrag beim neuen Arbeitgeber fortführen, nach § 4 BetrAVG übertragen lassen, beitragsfrei ruhen lassen oder privat weiterzahlen. Lassen Sie vor dem Wechsel prüfen, welcher Weg Kosten und Förderung am besten erhält.

Wie viel bAV-Beitrag ist steuer- und sozialabgabenfrei?

Nach § 3 Nr. 63 EStG sind Beiträge bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei, sozialabgabenfrei bleiben bis 4 Prozent. 2026 entspricht das rund 676 Euro beziehungsweise 338 Euro im Monat. So kostet ein Beitrag netto oft nur etwa die Hälfte. Die Rente wird später nachgelagert versteuert und verbeitragt.

Lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge für Arbeitnehmer?

Meist ja, vor allem mit Arbeitgeberzuschuss. Durch Steuer- und Abgabenersparnis sowie Zuschuss fließt oft deutlich mehr in die Vorsorge, als netto vom Lohn abgeht. Später sind Rente sowie Kranken- und Pflegebeiträge zu zahlen. Wichtig sind niedrige Kosten, flexible Beiträge und ein Vertrag, der bei Jobwechsel mitgenommen werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Direktversicherung, Pensionskasse und Unterstützungskasse?

Direktversicherung und Pensionskasse sind versicherungsförmige Wege: Der Arbeitgeber zahlt Beiträge an einen Versicherer, steuerfrei bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze. Die Unterstützungskasse ist eine eigene Versorgungseinrichtung ohne steuerliche Höchstgrenze und eignet sich für höhere Beiträge und Führungskräfte. Für kleine Handwerksbetriebe ist die Direktversicherung meist der einfachste Einstieg.

Hinweis: Alle Angaben dienen der allgemeinen Information und stellen keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Für verbindliche Berechnungen im Einzelfall wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.