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Meister Michael Schmidt, Gesellin Elera und Azubi Marvin gemeinsam in der Werkstatt
Fachkräfte · Azubis · Mitarbeiterbindung

Fachkräfte & Azubis gewinnen und halten: Mehr Netto vom Brutto durch geldwerte Vorteile

Wie Handwerksbetriebe ihre Mitarbeiter motivieren, ohne dass die Hälfte einer Gehaltserhöhung beim Finanzamt landet – erklärt am Team von Meister Schmidt, Gesellin Elera und Azubi Marvin.

Veröffentlicht am 8. Oktober 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Nicht nur der Fachkräftemangel ist ein Problem auf dem Arbeitsmarkt

Nicht nur der Fachkräftemangel ist ein Problem auf dem Arbeitsmarkt.

Auch die Suche nach guten Auszubildenden gestaltet sich immer schwieriger und am Ende müssen die vorhandenen Mitarbeiter motiviert bleiben, um dem Unternehmen langfristig treu zu bleiben.

Welche Möglichkeiten der Mitarbeitermotivation bieten sich?

Insbesondere kleinere Unternehmen tun sich häufig schwer, ihren Beschäftigten, gerade in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten, eine möglicherweise längst verdiente Gehaltserhöhung zu gewähren. Ärgerlich ist dabei ja auch für beide Seiten, dass ein großer Anteil einer Gehaltserhöhung gar nicht beim Angestellten ankommt, sondern beim Finanzamt landet.

Deshalb ist es oft attraktiver sogenannte geldwerte Vorteile zu gewähren.

Ein Betrieb, drei Perspektiven

So profitieren Chef, Gesellin und Azubi gleichermaßen von klug eingesetzten Arbeitgeberleistungen.

Michael – Meister & Chef
Meister & Chef

Michael

Möchte sein Team halten, ohne Lohnnebenkosten explodieren zu lassen. Geldwerte Vorteile sparen ihm den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.

Elera – Gesellin
Gesellin

Elera

Top-Fachkraft, von der Konkurrenz umworben. Gesundheitsbudget, bAV und Erholungsbeihilfe zeigen ihr echte Wertschätzung – netto spürbar.

Marvin – Azubi
Azubi

Marvin

Hat sich für das Handwerk entschieden, weil sein Betrieb mehr bietet: Fahrtkostenzuschuss, Essenszuschuss und Sachbezüge machen den Start leichter.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Im Gegensatz zur klassischen Gehaltserhöhung ist ein geldwerter Vorteil eine spannende Alternative, die in vielen Fällen einer sachlichen Leistung entspricht, die der Mitarbeiter neben der monatlichen Vergütung zusätzlich erhält.

Der Arbeitgeber kann viele dieser Vergütungen lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei gewähren. In diesem Fall tauchen diese in der Lohnabrechnung gar nicht auf. Andere wiederum werden pauschal versteuert.

Ein finanzieller Vorteil ist in jedem Fall gegeben, was zuträglich für die Mitarbeitermotivation ist.

Wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber von geldwerten Vorteilen profitieren

Für Mitarbeiter

Wenn die Vorteile kein Arbeitsentgelt darstellen, sind sie für die Empfänger gerade deshalb ein Gewinn. Mit dem geldwerten Vorteil lässt sich die Abgabenlast für den Mitarbeiter spürbar verringern.

Für Arbeitgeber

Aber auch der Arbeitgeber gewinnt, weil er die Ausgaben von der Steuer absetzen und den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung spart, der bei einer klassischen Gehaltserhöhung anfallen würde.

Es kann also für beide Seiten interessant sein, steuerfreie oder zumindest steuerbegünstigte Goodies neben dem Gehalt auszuhandeln. Spendiert das Unternehmen z. B. Zuschüsse für Fahrten zur Arbeit, zum Mittagessen oder zur Gesundheitsvorsorge bleibt dem Mitarbeiter unterm Strich mehr als von einer Gehaltserhöhung.

0 €

bAV pro Jahr lohnsteuerfrei (2026)

0 €

Gesundheitsförderung pro Jahr

0 €

Sachbezüge pro Monat

0 €

Aufmerksamkeit je Anlass

Beispiele für „Geldwerte Vorteile"

Beispiel 1 · z. B. Elera

Arbeitskleidung

Stellt der Arbeitgeber Berufskleidung für den Mitarbeiter zur Verfügung, so liegt kein geldwerter Vorteil vor, wenn sie zum Beispiel:

  • auf die jeweils ausgeübte Tätigkeit zugeschnitten ist,
  • durch eine uniformartige Beschaffenheit objektiv eine berufliche Funktion erfüllt.

Ob diese Berufskleidung nur leihweise überlassen wird oder beim Mitarbeiter verbleibt, spielt dabei keine Rolle. Wird den Beschäftigten zudem angeboten, die ausgegebene Berufskleidung auch zu reinigen, ist auch dieser geldwerte Vorteil nicht steuerpflichtig, denn die Reinigung erfolgt ja in dem Fall ausschließlich aus betrieblichen Interessen heraus.

Beispiel 2 · alle Mitarbeiter

Altersvorsorge

Im Jahr 2026 können Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter bis zu 8.112,00 € im Jahr (676,00 € pro Monat) lohnsteuerfrei beisteuern (8 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung). Für das Jahr 2027 steigt dieser Betrag auf 8.496,00 € pro Jahr (basierend auf einer Beitragsbemessungsgrenze von 106.200,00 €).

Voraussetzung: Sie zahlen diese zum Beispiel in eine Direktversicherung.

Der Wert entspricht 8 % der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (West). Sozialversicherungsfrei sind aktuell höchstens 4 % (beide Werte werden jedes Jahr angepasst).

Werden die Beiträge im Rahmen einer Entgeltumwandlung gezahlt, müssen Sie zusätzlich 15 Prozent des umgewandelten Entgelts als Arbeitgeberzuschuss an die Versorgungseinrichtung zahlen. Bei geringverdienenden Arbeitnehmern wird die betriebliche Altersversorgung mit steuerlichen Zuschüssen gefördert.

Mehr zur betrieblichen Altersvorsorge
Beispiel 3 · z. B. Elera & Marvin

Betriebliche Gesundheitsförderung

Pro Mitarbeiter können Arbeitgeber bis zu 600,00 € steuer- und sozialabgabenfrei für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung aufwenden.

Innerbetriebliche Aktivitäten, z. B.:

  • Bewegungsförderliches Arbeiten
  • Stressbewältigung am Arbeitsplatz
  • Gesundheitsgerechte Ernährung im Arbeitsalltag

Extern durchgeführte Maßnahmen, z. B.:

  • Entspannungsangebote
  • Reduktion von Übergewicht
  • Raucherentwöhnungskurse

Die Unterstützung zur Gesundheitsvorsorge durch den Betrieb kann auch höher also als 600,00 € im Jahr ausfallen. Der übersteigende Betrag ist dann aber steuerpflichtig. Wichtig ist, dass die Aktionen und Maßnahmen von einer Krankenkasse als förderungswürdig (nach § 20a SGB V) eingestuft sind.

Der sogenannte „Förderkatalog" (Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen) ist sehr umfangreich:

Zum Förderkatalog des GKV-Spitzenverbands

Neben der Gesundheitsvorsorge gibt es auch Erholungsbeihilfen als geldwerte Vorteile, die ebenfalls nicht von der Sozialversicherung betroffen sind. Diese müssen pauschal mit 25 % versteuert werden, wenn sie weniger als 156,00 € jährlich betragen. Sogar für Ehepartner und Kinder von Mitarbeitern dürfen Arbeitgeber Beihilfen gewähren (104,00 bzw. 52,00 € pro Jahr).

Beispiel 4 · z. B. Marvins bestandene Prüfung

Gelegenheitsgeschenke

Wenn ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter aus besonderem Anlass eine Sachzuwendung zukommen lässt, dann ist diese bis zu 60,00 € je besonderem persönlichen Anlass lohnsteuerfrei, sofern es sich zum Beispiel um Dinge handelt wie:

  • Blumen,
  • Pralinen,
  • Bücher

Geldgeschenke sind grundsätzlich immer steuerpflichtig!

Zudem wurde in den Lohnsteuerrichtlinien 2023 klargestellt, dass solche Aufmerksamkeiten, die ein Arbeitgeber nahen Angehörigen des Arbeitnehmers zukommen lässt, nur dann steuerfrei sind, wenn diese Angehörigen auch im Haushalt des Arbeitnehmers leben.

Auch unter den Begriff der Sachzuwendungen fallen Getränke und Genussmittel, die der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern in geringem Umfang und im Betrieb unentgeltlich oder teilentgeltlich zur Verfügung stellt.

Als „besonderer Anlass" gelten zum Beispiel:

GeburtstagHochzeitBeförderungbestandene Prüfung

Weitere geldwerte Vorteile

Es gibt natürlich noch viele weitere „geldwerte Vorteile". Neben den Klassikern wie zum Beispiel Fahrtkostenzuschuss und Firmenwagen (mittlerweile auch ein Dienstfahrrad) gibt es Möglichkeiten der Unterstützung wie:

Arbeitgeberdarlehen
Beihilfen in besonderen Fällen bzw. besonderen Notfällen
Dienstwohnung
Parkplatz auf dem Firmengelände oder im Parkhaus in unmittelbarer Nähe
Kinderbetreuung
Umzugskostenzuschuss
Mitarbeiterrabatte auf eigene angebotene Dienstleistungen oder Waren
Bonusmeilen
Werkzeuggeld

Außerdem

  • Fortbildungen (wenn nachgewiesen werden kann, dass diese dem eigenbetrieblichen Interesse gelten),
  • Tankgutscheine (allerdings werden Beträge über 50,00 € zu steuer- und abgabepflichtigem Lohn),
  • Mittagessen (Sachbezugswerte 2026: täglich 4,57 € für ein Mittag- oder Abendessen und 2,37 € für ein Frühstück),
  • IT-Ausstattung (diese darf aber nur leihweise zur Verfügung gestellt und nicht geschenkt werden, sonst entfällt die Steuerfreiheit!)

Erhält der Mitarbeiter Gutscheine für Waren oder Dienstleistungen zur Einlösung bei Dritten, so sind diese grundsätzlich lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig, sofern sie die Sachbezugsfreigrenze von insgesamt 50,00 € im Monat übersteigen.

Häufige Fragen zu geldwerten Vorteilen

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Ein geldwerter Vorteil ist eine Sach- oder Zusatzleistung, die Mitarbeiter neben ihrem Gehalt erhalten. Viele dieser Leistungen können lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei gewährt werden, andere werden pauschal versteuert.

Wie viel darf ein Arbeitgeber 2026 steuerfrei in die betriebliche Altersvorsorge zahlen?

2026 bis zu 8.112 € im Jahr (676 € pro Monat) lohnsteuerfrei – das sind 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Sozialversicherungsfrei sind höchstens 4 %.

Wie hoch ist der steuerfreie Betrag für betriebliche Gesundheitsförderung?

Bis zu 600 € pro Mitarbeiter und Jahr für Maßnahmen, die nach § 20a SGB V als förderungswürdig gelten.

Wie hoch ist die monatliche Sachbezugsfreigrenze?

Gutscheine und Sachbezüge bleiben bis insgesamt 50 € im Monat lohnsteuer- und sozialabgabenfrei.

Warum ist ein geldwerter Vorteil oft besser als eine Gehaltserhöhung?

Bei einer Gehaltserhöhung landet ein großer Teil beim Finanzamt und in den Sozialabgaben. Geldwerte Vorteile kommen häufig vollständig beim Mitarbeiter an, und der Arbeitgeber spart den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung.

Wir finden das passende Benefit-Paket für Ihren Betrieb

Michael Schmidt, Geschäftsführer des Versorgungswerks, berät Handwerksbetriebe in ganz Deutschland dazu, wie sie Fachkräfte und Azubis mit steuerlich klugen Leistungen gewinnen und dauerhaft binden.

Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Grenzwerte und Sachbezugswerte werden regelmäßig angepasst; maßgeblich sind die aktuellen gesetzlichen Regelungen und die Auskunft Ihres Steuerberaters. Stand: Oktober 2026.